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Aktionen, Handlungen, Wanderungen, Skizzen und Fragmente . 2018 bis XXXX

Schwarzer Jura / Weißer Jura / Schwarzer Jura . März 2018

Pliensbachium 02
Pliensbachium 01

In einem hoch gelegenen Wald suche ich die Quelle des “Pliensbaches”. Von ihr ausgehend, wandere ich entlang des Gewässers bis hin zu seiner Mündung. Meine Wanderung beginnt um 13.17 Uhr und endet um 16.48 Uhr an jener Stelle, wo sein Lauf von einem anderen Bach aufgenommen wird. Ich habe eine tiefere Jura-Ebene, das Albvorland erreicht. Es ist der 24. März, ein warmer Tag, an dem der Winter vom Frühjahr übernommen wird.

Ich gehe mit den Rändern des Baches und nehme auf meinem Weg all seine Kurven und Ausbuchtungen, seine Versuche wahr, sich in die Erdgeschichte einzugraben. Teils muss ich mich dichtem Gebüsch widersetzen und quere den Bachlauf mehrmals. Für seine Wegstrecke benötige ich 211 Minuten. In dieser relativ kurzen Zeit durchwandere ich ein ganzes erdgeschichtliches Zeitalter, das "Pliensbachium", das einen Zeitraum von vor 190 bis etwa 182 Millionen Jahren beschreibt und das nach diesem unscheinbaren Bach benannt wird.

Ich hinterlasse einen Stein im "Pliensbachium", im Pliensbach, einen Kalkstein, den ich auf der Albhochfläche, von der obersten, der jüngsten Bodenschicht des ehemaligen "Jura-Meeres" entnahm. So wird das Bruchstück aus dem "Weißen Jura" wieder zu einem Bestandteil dessen, was es erdgeschichtlich schon weit früher war, zu einer denkbaren, fiktiven Schicht im "Schwarzen Jura", zu einer weißen Störung im schwarzen Gefüge.

Ich stelle mir vor, der "Schwarze Jura" wäre nicht die unterste, sondern die oberste Schicht, so wäre der Albboden nicht von weißem Kalk, dem "Weißen Jura", sondern von versteinertem Schlamm, dem "Schwarzen Jura" bedeckt. Dies ergäbe einen vollkommen anderen Weg durch unsere Erdgeschichte.

Fotografien / Standort

“Pliensbachium”

“Stratigraphische Tabelle 2016”

Pliensbachium 04
Pliensbachium 03

“The Biostratigraphy of the Lower Pliensbachium at the Type Locality (Pliensbach, Würrtemberg, SW-Germany)” . Rudolf Schlatter . Herausgeber: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, “Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde”, Serie B, Nr. 27, Seite 8, 20.06.1977

Wir zeigten unsere Bilder (remix III / Neuauflage III) 6951 Tage . Mit Sylvia Mehlbeer . 1999 bis März 2018

Bild 04 Wir zeigten uns unsere Bilder 03 2018

Fotografie: Markus Simon . 11.03.2018

Am 11.03.2018, zeigen wir auf der Gemarkung 10/1-Haier unsere Bilder. Wir wiederholen die Aktion zum dritten Mal, die erste Aktion fand am 28.02.1999 statt. Seitdem sind 6951 Tage vergangen, die Landschaft hat sich kaum verändert. Ein paar Bäume wurden gefällt, neue gepflanzt, die Gegend ist noch immer kein Baugebiet. Wir hatten Publikum, zwei Per-sonen waren zugegen. So wurde aus der ursprünglichen Aktion: "Wir zeigten uns unsere Bilder", die Aktion: "Wir zeigten unsere Bilder". Spaziergänger waren kaum zu sehen, kein Hundegebell war zu hören. Wolkenreiches, graues, warmes Wetter. Erste noch kaum sichtbare Knospen an den Schlehen, Märzenbecher aufblühend schon in einem anderen Tal.

Ich danke Diane Sofka und Norbert Fischer für Ihre Darstellung zweier Personen und Markus Simon für die Neuformatier-ung der Perspektive und der Realisation der Fotografie.

Fotografien / Aktionen 1999, 2014, 2017, 2018

Texte / Aktionen 1999, 2014, 2017, 2018

Aktionen, Handlungen, Wanderungen, Skizzen und Fragmente .1998 bis 2018

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