Filme / home

Filme, Zeugnisse, Relikte, Fragmente und sich bewegende Bilder . 2001 bis 2019

In loser Folge veröffentliche ich hier ca. 30 Filme, die in den vergangenen 18 Jahren entstanden sind:

73312 Geislingen - 73061 Ebersbach

’... etwas über die Kunst, das Leben, dies und jenes ...’

Eine Unterhaltung zwischen Bruno Demattio und Werner Schleith, auf einer Fahrt von 73312 Geislingen nach 73061 Ebersbach an der Fils. Dieses Gespräch fand am 24. Juni 2006 statt.

Der Film entstand anlässlich der Ausstellung ‘understatement / Rauchzeichnungen’ von Bruno Demattio, in der ‘Galerie Werner Schleith’, vom 6. bis 30. Juni 2006.

Werner Schleith autorisierte mich im März 2019 schriftlich, zur Freigabe des Filmes. Bruno Demattio kann ich dazu leider nicht mehr bitten. Da der Film während der Ausstellung gezeigt wurde, bin ich überzeugt, dass mir Bruno die Freigabe nicht verweigert hätte.

Leider fehlen der Dokumentation, die letzten ca. drei Minuten, der Film “reißt” mitten im Gespräch ab. Diese konnten trotz umfangreicher Versuche nicht mehr rekonstruiert werden. Das Gespräch fand vor ca. 13 Jahren statt und dennoch kann ich mich gut an die letzten Worte von Bruno erinnern: ‘Und nun seid ihr herzlich eingeladen, mein ‘Studio’ zu besuchen...’  

Film . ca. 31 min . 2006 . DVD

Bruno Dematio .73312 Geislingen - 73061 Ebersbach

 

‘Ich habe nun mal keinen Nagel’

Ein Gespräch mit Klaus Heider

Die Unterhaltung entstand spontan, sie fand am 4. Februar 2005 im Atelier von Klaus Heider in Bad Boll statt.

Meine Fragen habe ich nicht dokumentiert, die Antworten von Klaus Heider erklären sich von selbst.


Die Dokumentation beinhaltet Fotografien und Arbeiten, die von Klaus Heider mündlich zur Freigabe autorisiert wurden, und verwendet den Film ‘Theorie’, den er mir zur Verfügung gestellt hatte.

Dieser Film wurde im Rahmen einer Ausstellung von Arbeiten Klaus Heiders in der ‘Kunststiftung Erich Hauser’ in Rottweil vom 25. Mai bis 15. Juni 2014 gezeigt.

Film . ca. 56 min . 2005 . DVD

Klaus Heider .Ich habe nun mal keinen Nagel

 

Korrektur der linken Hemisphäre

Ein Gespräch mit Bruno Demattio

Die Unterhaltung entstand relativ spontan, sie fand an einem Sonntag, am 4. September 2005 während seines Aufenthalts im Klinikum ‘Christophsbad’ in Göppingen statt..

Bruno Demattio hält einen Monolog über seine Krankheit und seinen geplanten Film ‘loom of creation’, der sich um diese Krankheit, ‘... in die er gestürzt ist’ und seiner Kunst beschäftigen sollte.

‘loom of creation’

Wir haben fast ein Jahr gedreht, wir waren in Bayreuth und Köln, besuchten viele seiner Freunde und Ärzte in ver-schiedensten Kliniken, alle bezogen Stellung und waren zu Statements bereit. So entstand eine umfangreiche Sammlung von Beiträgen zu seinem Krankheitsverlauf. Bruno war in diesem Jahr noch voller Energie und Zuversicht. Erst zum Ende hin, hat sein Interesse an diesem Projekt merklich nachgelassen. Aus diesem Grund habe ich ‘loom of creation’ nie fertig gestellt. Nach dem Tod von Bruno Demattio am 18. November 2006 habe ich den Film aus Respekt vor ihm nie ver-öffentlicht. Dieser Respekt besteht bis heute.

‘loom of creation’ wurde getragen von einem Zitat, das Bruno in dieser Zeit häufig verwendete:

Stanotte siamo dentro il regno dei fiori, le strade vuote ingrandiscono il silenzio.’

‘Heute Nacht treten wir ein in das Reich der Blumen, die leeren Straßen verstärken das Schweigen.’ (Robert Frost)?

Den Film ‘Korrektur der linken Hemisphäre’, eine ‘Studie’ zu ‘loom of creation’ werde ich aus gebotenem Respekt an dieser Stelle ebenso nicht veröffentlichen.

Film . ca. 37 min . 2005 . DVD

Bruno Demattio . Korrektur der linken Hemisphäre

31. Oktober 2005 (Landschaft II)

Es sollte ein "Landschaftsbild", ein Herbstbild werden, ein "Goldener Herbst", wie ein “Hochglänzendes Kalendermotiv”. Ich fand eine geeignete Stelle, das Wetter und die Vegetation waren stimmig. Die Kamera stand starr, über die gesamte Film(Bild)länge war sie nur auf ein Motiv gerichtet. Die Bewegung in diesem Bild wird nicht durch eine mögliche Szenerie oder durch die Bewegung der Kamera erzeugt, sondern lediglich durch den Wind, der, wenn er vorhanden war, das Motiv minimal veränderte.

Die Ansicht hat die "Anmutung" einer Waldlandschaft in Öl auf Leinwand, die eines "Alten Meisters". Immer wieder fuhren "Kraftfahrzeuge" durch dieses "Landschaftsbild".

Film . ca. 29 min . 2005 . DVD

Landschaft II

 

Klaus Heider in Cima

Fragmente einer Reise vom 16. bis 19. September 2004

‘Cima’ gelegen am Luganer See, war über Jahre der Rückzugsort von Klaus Heider. Meist verbrachte er die Sommer-monate in seinem Haus, es war sein ‘Ausweichatelier’, in dem einige seiner Bilderserien entstanden.

Ich versuchte, während unserer Reise, die Kamera möglichst dezent einzusetzen.


Film . ca. 53 min . 2004 . DVD

Klaus Heider in Cima

Nach nur einem Tag Präsenz an dieser Stelle, habe ich mich entschlossen diesen Film über Klaus Heider wieder zurückzu-ziehen. Der Film ist nach meinem Empfinden an vielen Stellen zu privat, zu persönlich und somit nicht für eine breitere Öf-fentlichkeit gedacht. Klaus Heider verstarb am 28. Oktober 2013. Ich kann ihn somit leider nicht mehr dazu bitten, dass er mir zu einer Veröffentlichung auf dieser Plattform zustimmen würde.

 

Vier Städte (Die “Koalition der Willigen”)

Im Jahr 2003 wurde durch die USA und die "Koalition der Willigen" zum zweiten Mal ein Krieg gegen den Irak ausgerufen. Ich erinnere mich, wie ich in der Nacht des zu erwartenden Angriffes fast schon voyeuristisch vor dem Fernseher saß, um die Live-Berichterstattung über die Ereignisse zu verfolgen. Der "Zweite Irakkrieg" begann am 20. März 2003.

Es war der "Große Moment" voller Anspannung, in dem jedoch über Stunden nichts geschah. Es wurde das immer gleiche Bild einer beleuchteten Straße in Bagdad eingeblendet. Das Livebild des gezeigten Straßenzugs hatte den "Charme" eines Fotos einer Verkehrsüberwachungskamera, selten fuhr ein Auto durch die Szenerie, es glich einem Standbild.

Über den gesamten Verlauf der Berichterstattung versuchten Moderatoren und Kommentatoren der verschiedensten Sender, die Zeit vor der ersten Angriffswelle mit meist mehr oder weniger gehaltvollen Inhalten und Spekulationen zu überbrücken. Mir schien, als sollte die Welt die erste Angriffswelle und Bombardements, “aufgepuscht” von den Medien gespannt erwarten. Es war wohl die erste Liveberichterstattung eines Krieges, die im Fernsehen übertragen wurde. Gegen vier Uhr in der Nacht wurden die ersten Aufnahmen einschlagender Bomben gesendet. Die Moderatoren berichteten live und exklusiv von einem Hochhaus in Bagdad, in das sie einquartiert waren, die Kameras waren auf das explodierende Regierungsviertel dieser Stadt gerichtet. Es wurde von "Smarten Bomben" geschwärmt, die eine chirurgisch genaue Treffsicherheit hätten. Der Begriff "Kollateralschaden" gewann für mich durch seine permanente Wiederholung an Bedeutung. Es war wie ein Rausch, es war wie Sylvester, es war grandioses Theater, letztlich war es wie ein Computerspiel, in dem jeder Treffer mit einem Punkt belohnt wurde. Die Kommentatoren überboten sich in ihrer "Präzision" gegenseitig, so präzise wie anscheinend die Bomben einschlugen.

Als ich zu Bett ging, zeigte sich schon die Sonne über unserem heimischen Horizont, Vögel begannen mit ihrem Gesang, die Brunft begann bereits, in unseren Breitengraden fuhren die Menschen zur Arbeit. Ich dachte an die Opfer, die möglichen Getöteten, die Bombardements, die ich entweder als leuchtende "Gemälde" oder nur in grünlich flimmernden, abstrakten Bildern vorgeführt bekommen hatte. Ich fühlte mich schäbig, als Gaffer, als Voyeur, dem dieses Gemetzel medial auf das "Allerfeinste" angerichtet wurde. Es war surreal.

In meinem Film spielt die Straße in Bagdad zunächst die Hauptrolle. Diese Straße konfrontiere ich mit Straßenzügen aus Ulm, Stuttgart und Göppingen, Straßenzüge, wie wir sie kennen. Scheinbar ist alles Geschehen so weit weg und dennoch so nahe. Auf einen Ton habe ich in dieser Filmcollage bewusst verzichtet. 

Heute wissen wir: Dieser Krieg hat unzählige Opfer gekostet, den Mittleren Osten ins Chaos gestürzt und war auf politischen Lügen gebaut.

Im Juni 2019 versuchte die amerikanische Führung erneut, Staaten für eine Kooperation, nun gegen den Iran gerichtet, zu gewinnen. “USA wollen neue „Koalition der Willigen”. Im Konflikt mit dem Iran will Washington jetzt eine weltweite Koalition aufbauen. US-Außenminister Mike Pompeo sprach von einer Koalition, die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa“. (Quelle: Frankfurter Rundschau online vom 24.06.2019, 15.38 Uhr)

Film . ca. 13 min . 2003 . DVD

Vier Minuten.

 

30 Minuten hin, 30 Minuten zurück... (“Eine Sehenswürdigkeit”)

(30 Minuten hin, 30 Minuten zurück) entspricht der maximalen Zeitdauer, von der ich persönlich ausging, dass ein Wanderer oder Spaziergänger gewillt ist, eine “Sehenswürdigkeit” zu Fuß aufzusuchen. Ich entschied mich für einen völlig unspektakulären Weg, an dessen Ziel nach exakt 30 Minuten, keinerlei visuellen Ereignisse zu erwarten waren. Ich hinterließ am Umkehrpunkt eine “Ansichtskarte” von “Schloss Neuschwanstein". Auf dem ebenso 30 Minuten dauernden Rückweg, hatte ich genügend Zeit mir eine “Sehenswürdigkeit” nach Belieben vorzustellen.
  
Film . ca. 60 min . 2003 . DVD

30 Minuten hin, 30 Minuten zurück...
30 Minuten hin, 30 Minuten zurück... Fotografie

 

genetic fingerprint / genetic skulptur

Das Objekt besteht komplett aus transparentem Klebeband. Während der Filmaufnahme 2003 erreichte es einen Durch-messer von ca. 15 cm. Im nachfolgenden Prozess, wurden ca. 100 kleine und 150 große Rollen Klebeband auf das Objekt aufgetragen. Es hat inzwischen einen Durchmesser von ca. 40 cm. Mit jeder neuen Schicht Klebeband wurden durch den Herstellungsprozess genetische Spuren (Fingerabdrücke) von mir selbst (DNA) hinterlassen. Die genetischen Finger-abdrücke bestehen aus körpereigenen Fingerfetten und weiteren genetischen Spuren.

Der Film zeigt einen fast einstündigen Ausschnitt aus dem monoton, meditativ verlaufenden Herstellungsprozesses des Objektes.
 
Film . ca. 52 min . 2003 . DVD

Mehr Informationen zu: genetic fingerprint / genetic skulptur

Genetic Fingerprint - Genetic Skulptur

 

OOYL I (Organisation of your life)

Für die Ausstellung “Projekt Arbeit” konzipierte ich die fiktive Organisation OOYL (Organisation of your life). OOYL kann als Partei, als ein Unternehmen, als eine politische Gruppierung, als ein religiöses Geschäft verstanden werden. Die Inhalte von OOYL sind spekulativ, populär und jederzeit austauschbar. OOYL ist Slogan pur!

In 2003 verfasste ich einen Text, bestehend aus gesammelten Phrasen und Slogans um die Ansichten und Auffassungen von OOYL zu untermauern und bekannt zu machen. OOYL entlarvt sich in diesem Text selbst.

Axel Guhse sprach diesen Text erstmalig 2003, er wurde als Film auf DVD veröffentlicht.

Film / Ein Hörstück . ca. 22 min . 2003 . DVD

Mehr Informationen zu: Organisation of your life

OOYL

 

Eine Arbeitsstunde

Ich wollte produzieren, ohne etwas herzustellen. Das Produkt löst sich während des Arbeitsprozesses kontinuierlich auf, es wurde keinerlei Wertschöpfung erzielt. Die Tätigkeit wird reduziert auf einen sich endlos wiederholenden Vorgang, wird zur nichts erzeugenden Zeitverschwendung. Die Maximalausnutzung der Arbeitskraft war obligatorisch.  Davon ausgehend, dass ein ordentlicher europäischer Arbeitnehmer in seinem Leben ca. 85000 Arbeitsstunden leistet, wollte ich eine fiktive Arbeitsstunde imitieren, die exemplarisch für eine bestimmte Arbeitsform steht und die allen, auf wenige Handgriffe reduzierten, Erwerbsarbeiten zugrunde liegt. Das Ziel war, den üblichen Akkordbedingungen entsprechend, die mir selbst auferlegten Leistungsvorgaben zu erfüllen. Die Arbeitsstunde war also ohne Unterbrechung zu vollziehen.

Innerhalb einer Minute sind ca. 30 Handlungsabläufe zu verzeichnen, in sechzig Minuten sind ca. 1800 Bewegungen durchzuführen. Bei einem durchschnittlich achtstündigen Arbeitstag wären dies 14400 Handlungen, die mit erhöhter Konzentration, Übung, Motivation, unter Androhung von Zwangsmaßnahmen, Strafe, oder mit “Kontinuierlich verbesserten Prozessen” (KVP), in Absicht einer permanenten Effizienzsteigerung, somit zu einer potentiellen Gewinnmaximierung führen könnten. Körperlich war es äußerst strapaziös, wurde zur Tortur.

In manchen Momenten dachte ich an Aufgabe, immer im Bewusstsein, dass solche Disziplinlosigkeiten in der Realität zu einer einseitigen Kündigung des Arbeitsverhältnisses hätten führen können.

Ich vollzog die Arbeitsstunde am 09.08.2002. Machen Sie nach!

Film . ca. 64 min . 2002 . DVD

Mehr Informationen zu: Eine Arbeitsstunde

Eine Arbeitsstunde.

 

Acht Autos (Drei Drähte)

Der Inhalt des Filmes besteht aus einem immer gleichen Bildausschnitt. Die Kamera fokussiere ich auf drei Drähte der Hochspannungsleitung vor meinem Küchenfenster im dritten Stock.

Ich halte die Kamera bewusst in der Hand, verzichte auf ein Stativ, um das zunehmende Zittern meiner Hand und meines Oberarmes zu dokumentieren. So werden drei Drähte zu einem sich bewegenden Bild, zu einer sich bewegenden Abstrak-tion.

Hauptsächlich dokumentiere ich meine Belastung, wie ich über diese Zeitspanne an meine körperlichen Grenzen komme. Ich versuche die Kamera einigermaßen stabil und waagrecht zu halten und das Zittern meiner Gelenke zu kontrollieren. Während dieses Vorganges versuche ich mich, durch das Denken an abstrakte Kunst und an das Gehen in der Natur, abzulenken. Ohne diese mentale Unterstützung, hätte ich meine Muskulatur nicht kontrollieren, meine Atmung nicht ruhig halten können und diese Belastung nicht durchgestanden. Immer wieder dringen Stimmen von vorbeigehenden Passanten herauf.

So entstehen fast 45 Minuten Bildmaterial, die ich nicht reduziere, sondern so belasse wie sie sind.

Während der Aufnahme regnet es dicht und ohne Unterlass, acht Autos fahren währenddessen vorüber.

Film . ca. 46 min . 2002 . DVD

Acht Autos.

 

Der Situation gefasst entgegentreten...

Konzept und Film . Andreas Bressmer und Norbert Fischer . 2001

Unsere Absicht bestand lediglich darin, ein typisches Reiseutensil, einen Koffer durch ein Bild zu ersetzen, um damit eine kurze Reise zu unternehmen. Einen urbanen Raum zum Ausstellungsraum zu machen. Ein Kunstgegenstand wurde zu einem Gebrauchsgegenstand, wurde zu einem Gepäckstück. Norbert Fischer trug mein Bild, versehen mit Tragegriff und der Adresse des “Besitzers”, einen Tag lang durch Berlin. Die aufzusuchenden Orte haben wir während unseres Weges spontan entschieden. Der Film erzählt von dieser "Reise". Wir haben das Bild, auf einem belebten Platz zurückgelassen, wie einen "Koffer vergessen". Ein "Dieb" bemächtigte sich dessen. Was aus dem Bild, dem "Koffer" geworden ist, wissen wir nicht. Das Bild trug den Titel “Der Situation gefasst entgegentreten”.

Darsteller . Norbert Fischer
Kamera . Andreas Bressmer
Schnitt . Kai Hoffmann

Film . ca. 24 min . 2001 . DVD

Der Situatio gefasst entgegentreten...

 

navigation_markus_up37